Im Juni 1994 trat der Porsche 968 Turbo RS von Seikel Motorsport beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans an. Der Wagen mit der Startnummer 58 startete in der GT2-Klasse und markierte den letzten Einsatz eines frontmotorigen Porsche-Modells auf der Sarthe.
Der 968 Turbo RS basierte auf dem Serienmodell 968 Turbo S. Das eingesetzte Chassis (WP0ZZZ96ZNS820065) war ursprünglich ein Weissach-Entwicklungsauto. Es verfügte über einen aufgeladenen 3,0-Liter-Vierzylinder mit circa 350 PS, einen KKK-Turbolader, ein angepasstes Getriebe mit kürzeren Übersetzungen, einen vergrößerten Tank sowie Luftheber. Die Lackierung war gelb mit rotem Streifen; Reifenlieferant waren Yokohama.
Das Fahrer-Trio bestand aus:
- Dr. Thomas Bscher (Besitzer des Fahrzeugs)
- John Nielsen (Le-Mans-Sieger von 1990)
- Lindsay Owen-Jones
Bscher übernahm den Start. Das Team absolvierte in den ersten Stunden planmäßig seine Runden und hielt sich im vorderen Bereich der GT2-Klasse. Der Wagen zeigte eine für seine Frontmotor-Auslegung solide Straßenlage und eine gute Leistungsentfaltung aus niedrigen Drehzahlen.
Nach 84 Runden und etwa neun Stunden Rennzeit endete der Einsatz durch einen Unfall. Das Team erreichte das Ziel nicht (DNF). Eine detaillierte Unfallursache wurde in den offiziellen Berichten nicht näher ausgeführt.
Der Auftritt des 968 Turbo RS bleibt als letzter Le-Mans-Einsatz eines frontmotorigen Porsche in Erinnerung. Das Fahrzeug demonstrierte die prinzipielle Langstreckentauglichkeit eines weitgehend seriennahen Modells unter extremen Bedingungen. Für Thomas Bscher als privaten Einsatz war der Start zugleich Höhepunkt und Abschluss eines persönlichen Projekts.
Technische Eckdaten (Renneinsatz):
- Motor: 3,0-Liter-Vierzylinder-Turbo, ca. 350 PS
- Antrieb: Hinterrad
- Klasse: GT2
- Startnummer: 58
- Team: Seikel Motorsport
- Ergebnis: DNF nach 84 Runden
Der 968 Turbo RS steht damit für eine Übergangsphase bei Porsche: der Abschied von der Frontmotor-Ära hin zu den Mittelmotor-Prototypen, die 1994 den Gesamtsieg holten.
Insgesamt war der Einsatz ein solider, wenn auch kurzer Auftritt eines ungewöhnlichen Porsche bei der anspruchsvollsten Langstreckenprüfung der Welt.
